Der Blog ist tot, hurra der Blog lebt 🙂
Sri Lanka hatte ich ja eigentlich gar nicht so auf meinem Radar, dass ich dort hin wollte. Aber die Umstände mit dem Ausreiseticket aus Indien haben es so ergeben, dass ich halt dann doch dort gelandet bin.
Vorher noch ein bisschen gegoogelt, was ich denn am besten mit meinen zweieinhalb Wochen dort anfangen kann, hab ich mich für eine kleine Rundreise mit dem Zug und Bus durch den Südwesten der Insel entschieden. Zuerst ins Hochland, dann ans Meer, von allem ein bisschen.
Von Colombo aus bin ich mit dem Zug erst mal nach Kandy gefahren. Die Fahrt mit dem Zug durch den Dschungel hinein ins Hochland ist Wunderschön. Leider musste ich die meiste Zeit stehen, weil der Zug total überfüllt war. Die Fahrt mit dem Sri Lankischen Zug gleicht einem Ritt mit einem wilden Pferd. Er hüpft mehr als dass er rollt. Da lob ich mir die Indischen Züge. Hatte dort immer meinen reservierten Sitz / Liegeplatz.
Da ich in Sri Lanka mal ein bisschen Offline bleiben wollte, habe ich mir keine Simkarte für mein Handy geholt. Nur über W-Lan habe ich mich dann mal online verbunden, wenn es denn funktionierte.
Somit konnte ich auch nicht nach Unterkünften im Netz Ausschau halten sondern einfach darauf zu vertrauen, dass sich etwas ergibt.
So wurde ich am Bahnhof Kandy schon von einigen Personen angesprochen, die eine Unterkunft zu vermieten hatte. Ein bisschen verhandelt, dann wurde ich zum Guesthouse gebracht.
Kandy selbst ist mal wieder sehr laut und die Tuk-Tuks, Busse und Lastwagen tun alles dafür dass es auch ordentlich russt. Die Gegend um den See ist schön und ruhiger.
Einen Tag bin ich in den Udawattakele Park oberhalb der Stadt. Dort ist es sehr schön und ruhig. Es gibt einige Affen dort. Gleich am Anfang sass ein Horde über den Weg verteilt und ich hatte schon ordentlich Respekt und Schiss zwischen Ihnen hindurch zu gehen. Mit der Zeit gewöhnt man sich dran und Sie tun einem ja auch nichts. Später habe ich zwei Affen beim entlausen gesehen und konnte ein schönes Video machen.
Nach einiger Zeit fing es heftig an zu Regnen und ich machte mich auf den Weg zum Ausgang. Als ich da so auf dem Waldweg zurück ging, sah ich weiter vorne auf einmal etwas kriechen. Bei genauerem hinsehen erkannte ich dass es ein richtig grosser Skorpion war. Aus genügend grossem Respekt-Abstand habe ich ihn gefilmt. Sehr beeindruckend, so ein Skorpion.
Als er sich dann ins Dickicht verzogen und ich meine Kamera wieder eingepackt hatte, hab ich auf einmal an meinem Bein etwas komisches gemerkt. Hab erst gedacht es wäre Dreck oder ein Blatt von einem Baum und wollte es weg wischen. Dann sah ich dass es ein Blutsaugender Wurm war. Während ich total fokussiert den Skorpion filmte, krabbelte dieser unbemerkt mein Bein hoch und hat mich angezapft.
Ich habe ihn dann weg gerissen und es fing auch schon deftig an zu Bluten. Dann hing er an meinem Finger. Die Biester saugen sich so schnell fest, echt krass. Dann hab ich die andere Hand genommen und weggezogen und nun hing er dort fest. Das war ein Wechselspiel wie mit einem Kaugummi, denn man nicht los bekommt. Irgendwann habe ich ihn dann weggeschnalzt. Nochmal die Beine kontrolliert und noch zwei von den Biestern gefunden. Einer war zwischen den Zehen versteckt, den hätte ich fast übersehen.
Hab dann hinterher gegoogelt und festgestellt dass die Viecher eigentlich ganz harmlos sind und sogar therapeutisch verwendet werden. Sie haben in Ihrem Speichel einen Gerinnungshemmer, deswegen blutet das wie Sau.
Naja, dort in dem Wald kam es mir vor wie bei „Herr der Ringe“, als Frodo und seine drei Gefährten zum ersten mal auf die „Nazgul“, die schwarzen Reiter treffen und alles mögliche Ungetier aus dem Boden raus kriecht. Creeeepyyyyy.
Von Kandy bin ich weiter nach Ella mit dem Zug. Auch diese Zugfahrt war Landschaftlich sehr schön. Man fährt durch Dschungel, Hochland, Teeplantagen und über die berühmte „Nine Arches Bridge“. Leider war auch dieser Zug total überfüllt. Reservationen mindestens zwei bis drei Wochen vorher. Hab hinterher eine Deutsche kennen gelernt, sie hatte den Tipp bekommen sich mit dem Tuk-Tuk eine Station vor Kandy bringen zu lassen und wenn dann die Leute in Kandy aussteigen hast du sicher einen Sitzplatz. Naja, so stand ich dann halt 6 Stunden im Zug.
Am Bahnhof in Ella wurde ich gleich wieder aufgegabelt und hab eine ganz tolle Unterkunft am Rande von Ella bekommen. Schön in der Natur und ruhig.
Hab in Ella eine Wanderung zum „little adams peak“ gemacht. War ganz schön anstrengend, aber die Aussicht von oben hat sich dann gelohnt. Den Rückweg habe ich über diese Nine Arches Bridge gemacht. Sieht schon beeindruckend aus diese Brücke.
Von Ella bin ich mit dem Bus Richtung Süden an die Küste gefahren bis Matara. Dort angekommen wusste ich gleich dass ich dort nicht bleiben möchte. Schnell zum Bahnhof und ab nach Unawatuna. Das habe ich als Tipp bekommen.
Endlich mal wieder am Meer und baden, yupieehhhh.
Unawatuna ist eine touristischer Ort. Und da Nebensaison ist, herrscht in diesen Touri-orten wo dann nichts los ist, wenn keine Touristen da sind, irgendwie eine komische Stimmung.
In dem Guesthouse war noch ein cooler Russe, wir haben Gitarre gespielt, Alkoholfreies Bier getrunken und schräg dazu gesungen. Das war ein toller Abend.
Von Unawatuna bin ich dann zur letzten Station nach Hikkaduwa.
Dort hab ich auch wieder ein Guesthouse bekommen, schön ruhig und in der Natur. Von meiner Terrasse aus konnte ich den Affen in den Bäumen zu schauen. Leider hatte es dort auch sehr viele Moskitos. Das eine (ruhige Natur) schliesst halt das andere (Moskitos) mit ein.
In Hikkaduwa gibt es ein Korallenriff direkt am Strand. Hier konnte ich dann zum ersten mal meine Schnorchelausrüstung gebrauchen. Wenn es nicht allzu viele Wellen hatte konnte ich schön über das Riff schnorcheln und die bunten Fischis bestaunen. Ich habe auch eine Riesenschildkröte gesehen. Wenn die im Meer schwimmt, hab ich schon Respekt bekommen und schön Abstand gehalten.
So habe ich dort meine letzten Tage in Sri Lanka noch am Meer geniessen können. Langsam beginnt die Monsun-Regenzeit und es hatte immer wieder kurz und heftig geregnet.
Ich werde dann wieder nach Indien zurück Fliegen, ich habe ja schliesslich noch Visum 🙂
see you, ben
Danke dass du deine Reise mit uns teilst und schön dass du mal wieder zum schreiben gekommen bist 😉
Genieß die Zeit und pass auf dich auf!