Den zweiten Tag hab ich mal die nähere Umgebung von meiner Unterkunft erforscht. Hab dann an der Strasse einen neuen Foodverkäufer entdeckt. Fried Rice mit gemüse für 30 Rupees, gebratene Nudelpfanne mit Eier und Gemüse 40 Rupees.
Du bekommst alles an der Strasse. Obst, Gemüse, leckerer Chai, frische leckere Lassi, frische geröstete Erdnüsse. Alles schmeckt so gut.
Reisetaschen, Gürtel und irgendwelchen Plastik-Ramsch scheinen die Inder besonders gern zu mögen. Die Stände sind überfüllt mit dem Zeugs.
Die nächsten Tage bin ich dann mal bisle weiter durch die City gewatschelt. Der Marine Drive liegt auch in der näheren Umgebung von meiner Unterkunft und ist die Strandpromenade von Mumbai. Eine Riesenlange Bucht mit vielen Hotels und der Skyline von Mumbai im Hintergrund. Da kannst nen ewig langen Sparziergang machen. In der brütenden Mittagssonne so wie ich es gemacht habe vielleicht nicht gerade sehr sinnvoll 🙂
In der Nähe dort steht ein großes Cricketstadion. Bin kurz vorbei und hab gefragt ob denn bald ein Spiel wäre. Da wurde mir erklärt dass im Moment Pause ist und die Saison erst im März oder April wieder los geht. Schade, ich hätte gerne bei einem Spiel zugeschaut. Hab von Cricket nämlich überhaupt keine Ahnung.
War dann noch am Gateway of India. Ein grosses Bauwerk am Meer und hat ein bisschen Ähnlichkeit mit dem Triumphbogen in Paris.
Dieses wurde zum Gedenken an irgendeine Königin von England gebaut, als diese zu Besuch nach Mumbai kam. Total überloffen mit Indischen Touristen. Ohh Gott wie ich solche Touristenplätze hasse.
Es wimmelt nur so von Fotografen, die ein Foto gegen Bezahlung mit dir und dem alten Bauwerk machen wollen. Ich habe dankend abgelehnt.
Hab dort dann doch noch zwei andere weisse Touristen gesehen, und später am Bahnhof beim Zugticket kaufen noch ein paar, das solls dann aber auch gewesen sein in Mumbai.
Ich hatte lust zu laufen und bin dann den ganzen Weg bis zum Bahnhof Mumbai CST zu Fuss unterwegs gewesen.
Auf dem Weg dorthin bin ich noch an einem Museum vorbei gekommen. Ein sehr schönes Gebäude. Dort hatten sie draussen, warum auch immer, Geldscheine aus Deutschland und der DDR ausgestellt. Rein gegangen bin ich nicht, es hatte zu viele Touris.
Der Bahnhof hat von aussen eine sehr schöne Architektur und es ist unverkennbar welche europäische Nation da Ihre Finger im Spiel hatte. Im Gegensatz zu manch anderen Gebäuden in der Umgebung ist der Bahnhof an Prunk und Protz nicht zu überbieten. Auch manch andere Gebäude lassen auf die Englische Kolonialzeit schliessen.
Bin dann noch in den Bahnhof rein und hab mir das Wuselspektakel noch gegeben. Der Bahnhof ist eine Endstation von dem S-Bahn System in Mumbai und Ausgangspunkt für die Fernzüge in alle Richtungen. Laut Wikipedia einer der Bahnhöfe mit den meisten Fahrgästen täglich Weltweit.
Musste mir dann noch den Local-Bus geben. Meine Unterkunft liegt ja in der Nähe vom Bahnhof CST. Bin dann die paar Stationen nach Hause mit dem Bus gefahren. Bin einfach mal in einen eingestiegen der in Richtung fährt, war zum Glück der richtige. In jedem Bus ist der Fahrkartenverkäufer mit an Board. Google Maps sei dank, dort konnte ich den Namen der Station ausfindig machen, wo ich raus muss. Hab den Namen dem Verkäufer so gesagt und er gab mir für 7 Rupees das Ticket. Klappt doch alles einwandfrei mit der Verständigung :-).
Am nächsten Tag hatte ich lust mal mit dem S-Bahn-System durch die Stadt zu brausen. Nach mehrmaligem Fahrkartenschalter wechseln war ich dann am richtigen. Es gibt ein Touristenticket für 1, 3 oder 5 Tage. Habe für 3 Tage gelöst und 115 Rupees bezahlt.
Das Einsteigen in so eine S-Bahn ist schon ein Abenteuer. Du stehst vor der Tür in einem Pulk von Menschen und jeder fängt an zu schieben. Du wirst quasi in der Zug rein gepumpt. Innerhalb weniger Sekunden wird eine ganze Menschentraube in den Zug rein gepresst. Vermutlich weil jeder einen Sitzplatz ergattern will und der Zug wartet auch nicht. Er fährt einfach los. Es gibt keine Türen die schliessen. Teilweise springen die Leute noch auf den anfahrenden Zug.
Bin dann an verschiedenen Stationen mal ausgestiegen. Aber egal wo du bist. Es sieht irgendwie überall gleich aus. Und überall das gleiche Gewusel und der gleiche Lärm.
Bin auch mal an der Station Mahin Junction ausgestiegen. Von dort gelangt man nach Dharavi, dem grössten Slum Asiens. Dort kannst du mit einem Guide geführte Touren unternehmen. Hatte mir zuerst überlegt das zu machen, habe dann aber aufgrund meiner doch bisle angeschlagenen Gesundheit darauf verzichtet.
Wir in Europa haben echt keine Ahnung wie gut es uns allen geht. Wenn du siehst unter welchen Umständen in Indien die Menschen teilweise leben müssen. Und obwohl viele Menschen dort nicht viel haben, gibt es so gut wie keine Kriminalität. Ich habe bis jetzt zumindest nichts mitbekommen. Ich habe mich jederzeit sicher gefühlt.