Ratnagiri, Indien

Nach einer Woche hab ich dann Mumbai verlassen. Meine Route führt mich ja an der Westküste Indiens entlang. Auf dem Weg nach Goa wollte ich nochmal einen Zwischenstopp einlegen und hab mir somit Ratnagiri ausgesucht. Es liegt in etwa auf halbem Weg zwischen Mumbai und Goa, ca. 6 Stunden mit dem Zug.

Das Zugticket hab ich 2 Tage vorher am Bahnhof CST geholt. Ich habe mich für Sleeper Class entschieden. Ist günstig und ich hab mehr Platz als nur ein Sitzplatz, der allerdings noch günstiger wäre. Habe 260 Rs bezahlt = 3,80 CHF.

In der Sleeper Class sind in einem Abteil 6 Liegen, 3 Liegen sind übereinander, die mittlere wird tagsüber noch oben geklappt, somit wird die untere als Sitzbank benutzt.

Mein Unterkunft liegt etwas ausserhalb der Stadt Ratnagiri. Ein kleines Dörfchen mitten in der Natur. Nach dem hektischen und lautem Mumbai ein wunderbarer Ort zum sich erholen.

Hier kam zum ersten mal mein Moskitonetz zum Einsatz, das ich nicht mehr missen möchte. Es hatte jetzt zwar nicht so viele und riesige Moskitos, aber dieses surren um die Ohren wenn man schlafen möchte ist doch recht lästig. Mit Schnur und Panzertape, das ich ebenfalls nicht missen möchte, ist das Teil rasch aufgehängt.

Die Gastgeber sind supernett und das Essen das ich zusammen mit Ihnen in Ihrem Haus esse ist superlecker. Das Essen war sehr abwechslungsreich, ich hab nicht einmal das gleich zum Essen bekommen. Ausser Roti natürlich und Reis, das gehört immer dazu.

Am nächsten Tag hab ich leider eine Erkältung bekommen mit Fieber, ich vermute mal von dem Durchzug im Zug. Kann mich nicht daran erinnern wann ich das letzte mal Fieber hatte. Ich habe meinen Aufenthalt deshalb ein paar Tage verlängert und die Gastgeber haben sich rührend um mich gesorgt.

Der Vater der Hausherrin ist 85, er ist körperlich fit und geistig fitter als manch schnöseliger 20 jährige bei uns. Als ich wieder fitter wurde bin ich öfters mit ihm spatzieren gegangen und wir hatten interessante Themen zum reden. Er hat mir auch aus der Hand gelesen, und mir Dinge über mich gesagt, die er nicht wissen konnte und doch zutrafen. Da war ich recht erstaunt, dass sowas funktioniert.

Wir haben einmal auch die Hausangestellte besucht, die gerade ein neues Haus bauen. Ich habe ein paar Fotos von Ihnen gemacht und am nächsten Tag Ausdrucken lassen. Als ich Ihnen diese bei der Abreise geschenkt habe, haben sie sich riesig gefreut.

Beim spatzieren gehen hab ich einmal Affen gesehen und ein Mann der sie vertreibt. Mir wurde erklärt, dass die Affen sehr gerne die Mangoblüten von den Bäumen fressen. Dadurch zerstören sie die Ernte der Mango Bauern. Es werden extra Nepalesiche Gastarbeiter angestellt um die Affen zu vertreiben. Das finde ich viel besser als die Affen einfach abzuknallen.

Hab dann mal noch einen Ausflug zum Strand gemacht, der allerdings doch recht weit weg ist und jetzt auch nicht so überragend ist.

Sie gaben mir noch den Tipp, ich solle doch einen Stopp in Tarkarli einlegen, dort sei es wunderschön und nicht so überlaufen wie Goa. Dem werde ich folgen.

Bei der Abreise kamen mir fast die Tränen, so herzlich wurde ich hier aufgenommen.

dhanyavaad, alavida

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