Als ich schon ein bisschen in Indien unterwegs war, hab ich von Nico und Angi den Tipp bekommen ich könnte doch nach Auroville gehen. Angeblich eine Internationale Stadt in Indien wo jeder Erdbewohner leben kann ohne eine Regierung oder sonstige System Hierarchien.
https://de.wikipedia.org/wiki/Auroville
Ich hatte noch nie etwas davon gehört, und beim Blick auf die Karte wo denn das überhaupt liegt hab ich festgestellt, dass das gut in meine Route passt, wenn ich aus Sri Lanka nach Indien zurück komme. Es liegt einigermassen in der Nähe von Chennai, wo ich Landen werde.
Als ich in Chennai vom Flughafen in die City fuhr habe ich noch gedacht, wow voll die neue Schwebebahn, das ist bestimmt eine Moderne Stadt. Ich wurde dann eines besseren belehrt. Für mich war Chennai bis jetzt die dreckigste Stadt in ganz Indien. In den Strassen häuften sich die Müllhaufen und ein übler Gestank zog durch die Gassen. Absurde Bilder in denen die Kühe in den Müllhaufen stehen und noch die letzten essbaren Reste aus dem Müll raus fressen. Dafür haben sie dann auch ordentlichen Dünnpfiff, von dem vielen Plastik das sie wohl mitfressen. den sie überall schön verteilen.
Das Müllchaos dort liegt meiner Meinung nach aber am Staat. Wenn die bereitstehenden Müllcontainer am überquillen sind und nicht geleert werden, können die dort lebenden Menschen wohl nicht so viel dafür. Nichtsdestotrotz liegt auch so überall genügend Müll herum, es wird einfach an Ort und Stelle irgendwo hin geschmissen.
Bin dann mit dem Bus nach Auroville gefahren. Bei der Ankunft in meiner Unterkunft, die schön ruhig in der Natur gelegen ist wurde mir erklärt dass dieses Guesthouse zwar in Auroville liegt, aber nicht von Auroville anerkannt ist und ich somit nicht alles in Auroville machen könnte. Hmmm, geht ja schon irgendwie mysteriös los. Ganz lieben Leuten gehört das Guest House und es gab lecker Frühstück. Hab dann gleich mal ein Moped gemietet, dass ich mobiler die Gegend erkunden kann.
Im Besucherzentrum ist eine interessante Ausstellung über die Gedanken und Entwicklungen von Auroville von der Planung bis heute. Es leben circa 2500 Menschen dauerhaft in Auroville, geplant ist die Stadt für bis zu 50.000 Einwohner. Bis dorthin ist es wohl noch ein langer weg, wenn man sieht was seit der Gründung vor 50 Jahren gegangen ist.
Vom Besucherzentrum kann man dann zum Matrimandir-Aussichtspunkt laufen. Das Matrimandir stellt das Zentrum von Auroville dar. Die futuristisch aussehende goldene Kugel dient den Einwohnern von Auroville als Ort der Stille und Meditation.
Nach einer Wartezeit von 3 Tagen durfte ich dann mit einer Gruppe die Kugel näher besichtigen und ins innere gehen. Es dürfen keine Fotos gemacht werden und man muss Handy und Kamera vorher schon abgeben. Alles ist durchorganisiert, du folgst dem Führer und Volontäre weisen dir den Weg durch das sehr beeindruckende Gebäude. Es geht geschwungene Rampen hinauf auf die 2. Ebene wo sich der Meditationsraum befindet. Wir durften dann ca. 10 Minuten in dem riesigen weissen, mit Säulen bestückten Meditationsraum bei absoluter Stille verweilen und meditieren. Die einzige Lichtquelle in dem Raum ist eine Kristallkugel die von oben mit Sonnenlicht angestrahlt wird. Diese verteilt das Licht dann im ganzen Raum.
Wieder draussen angekommen konnte man noch eine Weile unter dem riesigen Banyan-Tree sitzen und die Stille und Energie des Baumes geniessen. So ein Banyan-Tree kann echt riesig werden und sieht schon etwas merkwürdig aus mit seinen vielen Stämmen. Man weiss nicht genau ob die von unten nach oben oder von oben nach unten wachsen.
Die Tage waren brütend heiss, bis zu 43 Grad. Zwischen 10-15 Uhr war es unmöglich sich draussen in der Sonne aufzuhalten.
Die Gebäude in Auroville unterscheiden sich heftig, von dem was ich bis jetzt in Indien gesehen hatte. Es sieht aus wie in Europa. Ich frage mich wo all das Geld herkommt um diese Gebäude so luxuriös zu errichten. Wenn man ein bisschen aus Auroville rausfährt in die Dörfer drum herum, wo alles irgendwie am zerfallen ist und es ums nackte überleben geht, ist der Unterschied echt krass.
Mir ist auch nicht ganz klar geworden, was die angeblich 2500 Aurovillianer dort genau arbeiten oder machen. Die einzigen die ich arbeiten gesehen habe waren Inder.
Bin dann noch für paar tage ins Center Guesthouse gewechselt und hab dort paar andere Leute kennen gelernt, die alle selber auch mehr Fragen als Antworten zu Auroville hatten.
Interessant war noch die Besichtigung der Solaranlage von der Solar-kitchen. Dort wird mit Sonnenenergie und der Hilfe eines riesigen Parabol-Spiegels Dampf erzeugt, der dann zum Kochen benutzt wird. Der Erbauer, ein Kanadier der schon seit 30 Jahren in Auroville lebt hat uns das genau erklärt.
Bin dann mal noch nach Pondicherry (Puducherry), wo sich der Sri Aurobindo Ashram und das Grabmal von den Gründern von Auroville befindet. Viele Inder besuchen diesen Ort.
In Pondicherry gibt es einen Stadtteil der Whitetown heisst und es ist unverkennbar welche Kolonialmacht hier ihre Spuren hinterlassen hat. Wenn du durch die Strassen läufst, hast du echt das Gefühl dass du in Frankreich bisst.
Bis denne, ben
Auroville ist wirklich mysteriös, trotzdem will ich mal dort hin, wenn sie mich dann rein lassen ?
Yeahhh, zieh s dir rein ?.